
Alan Strang scheint ein normaler und in sich zurück gezogener Jugendlicher zu sein, der eine große Leidenschaft für Pferde hegt, bis er eines Nachts sechs von ihnen mit einem Hufkratzer die Augen aussticht.
Was trieb ihn zu solch einer Tat? Bislang lebte er unauffällig bei seinen scheinbar liebevollen Eltern und verbrachte routiniert seinen Alltag. Doch nun wurde er
von der Aufsichtsbehörde einer psychiatrischen Klinik unterstellt,
ein anscheinend unzugänglicher Patient,
der jede Nacht von schrecklichen Alpträumen
geplagt wird.
Nur der Psychiater Martin Dysart, selbst müde und ausgebrannt, scheint zu dem Jungen vorzudringen und die Antwort zu diesem psychologischen Puzzle zu erfassen.
Er begibt sich auf die Reise durch die Seele von Alan Strang, dem Produkt eines unemotionalen, überreligiösen Elternhauses und deckt eine mystische Beziehung auf, die der Junge zu den von ihm umsorgten Pferden eingegangen ist.
Allmählich entschlüsselt er im Rahmen seiner analytischen Möglichkeiten die Vorgeschichte, die zu dem Ereignis geführt hat und erst im Verlauf der Handlung sukzessiv enthüllt wird.

Das Stück führt den Zuschauer durch seine verschiedenen Parallelwelten. Zu unterschiedlichen Zeiten stattfindende Geschehnisse oder Orte werden ungewöhnlich in ein und derselben Szene umgesetzt.
Das Bühnenbild bleibt dabei bestehen.
Die Szenen in der Gegenwart sowie die Therapie finden auf einem Schachbrett statt, symbolisch stehend für die Richtlinien der Gesellschaft. Die Fantasie des Zuschauers soll angeregt werden, weswegen sehr viel mit Pantomime gearbeitet wird.
Auch die Pferde treten in Erscheinung:
sie werden von Schauspielern dargestellt,
die neben dieser Präsenz ebenso auch als Zeugen, Assistenten oder Götter die gesamte Spielzeit mit auf der Bühne erscheinen.
Aus aktuellem Anlass wird viel darüber diskutiert, warum Jugendliche Gewalttaten
begehen. EQUUS bietet keine fertigen Antworten, jedoch thematisiert es zunächst
die Problematik eines Jugendlichen, der durch einen Kontrollverlust einen Amoklauf
begeht und bietet in dem speziellen Fall des Alan Strang Erklärungsansätze, was in
einem jungen Menschen vorgehen kann, der zu Gewalttaten neigt. Im Verlaufe des
Theaterstückes enthüllen sich dem Betrachter die Hintergründe der Tat und regen
gleichzeitig dazu an, Handlungszusammenhänge zu verknüpfen, aber auch
essentielle Fragen zu stellen: "Was ist in unserer Gesellschaft normal? Ist der Junge
wirklich krank oder vielleicht ist es unser Verständnis von Normalität, das ungesund
ist?"
EQUUS behandelt ebenso durch die Darstellung einer stationären Therapie das Tabuthema Psychiatrie auf der Bühne. Gerade Jugendlichen soll durch diese Veranschaulichung neben Prävention auch Verständnis und Toleranz deutlich gemacht werden. Somit ist EQUUS mehr als nur ein Theaterstück, das lediglich Unterhaltungswert verspricht.
Dies alles sind Gründe, die uns dazu bewegt haben zwei Schulvorstellungen am
Vormittag in den Spielplan mit aufzunehmen.
Zusätzlich ist anschließend jeweils eine
Theaterdiskussion vorgesehen, mit dem Ziel, die Schüler mit der Verarbeitung des
Gesehenen nicht allein zu lassen und einen offenen Raum zu schaffen für
Interpretationen, Gedanken und Anregungen.
Aufgrund der eher anspruchsvollen Inhalte empfehlen wir das Theaterstück hauptsächlich für Schüler aus der Oberstufe (ab 16 Jahren).
| 1973 | Uraufführung am Broadway, New York |
| 1975 | Auszeichnung "Tony Award" für das beste Theaterstück, in der Hauptrolle Anthony Hopkins als Psychiater Martin Dysart |
| 1977 | Verfilmung nach Sidney Lumet unter dem Titel "Equus - Blinde Pferde", in der Hauptrolle Richard Burton als Psychiater Martin Dysart |
| 1978 | Oscar-Nominierung in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (Richard Burton) Bester Nebendarsteller (Peter Firth) Bestes adaptiertes Drehbuch (Peter Shaffer) Golden Globe Auszeichnung für Quelle: wikipedia.de |
| 2007 | Produktion in London, in den Hauptrollen "Harry-Potter"-Darsteller Daniel Radcliffe als Alan Strang und "Harrys-Onkel"-Darsteller Richard Griffiths als Psychiater Martin Dysart |
| 2008-2009 | Produktion kehrt mit Londoner Besetzung an den Broadway zurück, zusätzlich in der Hauptrolle „Star Trek“-Darstellerin Kate Mulgrew als Hesther Salomon www.equusonbroadway.com |